Über uns

Über Mikko

Musikalisches Erweckungserlebnis
Europe treten 1986 bei Stefanie Tücking in Formel Eins auf. Endlich weiß ich, wie die gelockten Typen klingen, über die immer in Saschas „Bravo“ berichtet wird.

Erstes Konzert
Ein halbes Jahr lang Taschengeld gespart, um die 52,- DM für Michael Jacksons „Bad“-Tournee-Auftritt vor dem Reichstag zusammen zu bekommen. Am Ende fehlen noch acht Mark – die kommen dann von meinem Opa.

Prägendster Konzertmoment
Sechs tätowierte 120-Kilo-Samoaner zerlegen 1994 nach anderthalb Songs die Bühne des Braunschweiger FBZs – weil der Soundmann wegen den Nachbarn nicht lauter machen will. Hinterher will keiner nach Hause gehen. Vielleicht verabredet sich Such A Surge-Frontmann Oliver Schneider nur deshalb mit mir für mein erstes Interview.

Erste gekaufte Platte
Der Soundtrack von „La Boum 2“ mit dem entscheidenden Bonus-Song „Reality“ von Richard Sanderson aus dem ersten Teil. Wirklich jeder wollte Sophie Marceau küssen.

Schönstes Interviewerlebnis
Ein Mittagsbier mit Ville Valo im Sommer 2005 im legendären „Tavastia-Klubi“ in Helsinki.

Im Plattenregal fehlt noch
Lighter Shade of Brown: “Hey DJ – The Loveland Mixes”. Ist mehr so eine unerreichbare Schwärmerei.

Lieblings-Band-Shirt
Mein Onkel Frank hatte mit seinem Berlin-Souvenir-Betrieb 1988 tatsächlich den Auftrag für das damalige Ärzte-Merchandise. Wegen seiner Scheidung sah ich ihn nicht allzu oft – doch an einem wundervollen Ferientag dürfte ich ihn besuchen. Und mir aus dem Haufen mit den Fehldrucken das schwarze T-Shirt von der Abschieds-Tour mit der Aufschrift „Schön war’s“ aussuchen. Ansonsten wäre das Shirt im Schredder gelandet. Ich habe es lange bereut, dass ich zu schüchtern war, um nicht noch zehn T-Shirts mehr mitzunehmen…

Peinlichster Tonträger im Regal
Enzian (ACID Mix 1989)“. Mehr sag ich dazu nicht.

Legt als Rauschmeißer immer auf
Bob Telden: „Berlin erwacht“. Lief immer sonntagmorgens beim SFB.

 

 

Über Michael

Musikalisches Erweckungserlebnis
Kraftwerk spielen 1978 „Die Roboter“ im ZDF. Bis dahin war ich in erster Linie mit Dieter Thomas Hecks „ZDF-Hitparade“ und Ilja Richters „disco“ sozialisiert. Ich hörte „Jailhouse Rock“, „Barbara Ann“ oder „Ballroom Blitz“ und fand Suzy Quatro gut. Und dann das: Herren in Anzügen spielen ohne erkennbare Regung an steril wirkenden Musikinstrumenten. Dazu ein Songthema, das zu meinem Lego-Raumfahrt passte…
Der Tag, an dem elektronische Musik in mein Leben trat – ein Kulturschock mit Folgen. Hätte ich die Sendung nicht gesehen, ich wäre vermutlich AC/DC-Fan geblieben. Stattdessen verschenkte ich 1982 mein Herz auf ewig an eine Band, die Kraftwerk und die Beach Boys zusammenbrachte: Mal Sondock stellte in seiner Hitparade „See You“ von Depeche Mode vor. Der Rest ist Geschichte. Die am 18. Mai 1986 um ein wichtiges Kapitel ergänzt wurde: Ich sehe Depeche Mode auf der Berliner Waldbühne spielen. Ich vergleiche diesen Abend immer gern mit dem in der Verhaltensbiologie entwickelten Begriff der Nachfolgeprägung, wie man sie etwa bei Gänseküken festgestellt hat. Kurz gefasst: Wer beim Schlüpfen neben dem Nest steht, ist für die Küken die Mama. Ich bin froh, dass ich an Depeche Mode hängen geblieben bin: Im Vorprogramm des 18. Mai 1986 standen auch Plan B mit Johnny Häusler auf der Bühne.

Erstes Konzert
Siehe oben

Prägendster Konzertmoment
Am 29. September 1990 war ich nach Dortmund gefahren, um im Rahmen der „World Violation“-Tour Depeche Mode zu sehen. Es war nicht mein erstes Konzert mit der Band (s.o.), aber dennoch ein besonderes: Bei der Tour spielte die Band erstmals zu von Anton Corbijn vorproduzierten Filmen. Für mich bekam die Show damit eine noch größere emotionale Dimension.

Heutzutage ist das ja schon fast Standard bei großen Konzerten, Corbijn selbst setzt die Technik ja auch zur Genüge für andere Bands (U2, Grönemeyer) ein. Und längst nicht alle seiner Ideen sind klasse oder berühren mich. Aber wenn – wie zuletzt bei der „Tour Of The Universe“ 2009 – Dave Gahan von einer riesigen Krähe beäugt zu „Walking In My Shoes“ leidet, leide ich einfach schöner mit.

Erste gekaufte Platte
Entweder Blondie – „Parallel Lines“ (LP) (weil Wolf Dieter Stubel in der NDR2-Hitparade „Denise“ gespielt hat) oder The Teens – „Gimme Gimme Gimme Gimme Gimme Your Love“ (Single) (weil die Band bei „Der große Preis“ mit Wim Thoelke aufgetreten ist). In meinem Alter kann man solche Sachen schon mal durcheinander bringen

Schönstes Interviewerlebnis

2003 war das Jahr, in dem ich alle verbliebenen Depeche Mode-Mitglieder interviewen durfte. Jeder von ihnen hatte ein Solo-Projekt, das es zu promoten galt, so dass ich im Abstand von etwa vier Wochen Andrew Fletcher, Martin L. Gore und Dave Gahan meine Fragen stellen durfte. Der Termin mit Fletcher war schon recht amüsant gewesen, bei dem Termin mit Dave Gahan aber hat mich die Illusion, mit einem meiner Helden etwas gemeinsam zu haben, erst recht übermannt. Wir waren beide Väter junger Töchter, waren in einigen Dingen das Leben betreffend einer Meinung…. Während der 30 Minuten mit Gahan in einem Hamburger Hotelzimmer reifte in mir der kaum zu bändigende Wunsch heran, vor ihm auf die Knie zu fallen und auszurufen: „Danke, für dieses Treffen. Danke für unser Gespräch. Ich habe Fletch, Mart und Dich innerhalb weniger Wochen interviewt. Ich habe alles erreicht, was ich als Musikjournalist erreichen wollte. Und ich verrate Dir ein Geheimnis: Ich habe einen neuen Job und werde bei meinem Musikmagazin in wenigen Tagen kündigen.“ Dass ich dann doch an mich hielt, lag an dem Praktikanten der dpa, der vom Label kurzfristig zum Interview hinzugebucht wurde. Vielleicht hatten die Promoter geahnt, dass es um meine journalistische Distanz in diesem Falle nicht besonders gut stand und haben ihn deswegen neben mich auf das Besuchersofa gesetzt. Sechs Wochen später aber fing ich tatsächlich meinen neuen Job an.

Im Plattenregal fehlt noch
Harold Faltermeyer – „Axel F (London Mix)“-Maxi (Angebote sind willkommen)

Lieblings-Band-Shirt
Wer bis hierhin aufmerksam mitgelesen hat, kann sich die Antwort denken: mein schwarzes T-Shirt der „Black Celebration“-Tour von 1986. 1990/1991 trug ich aber auch gerne meine T-Shirts von Revolting Cocks („Stainless Steel Providers“), Ride und Front 242 („No Sex Until Marriage“).

Peinlichster Tonträger im Regal
Seitdem ich im Rheinland mit dem Karneval in Berührung gekommen bin, denke ich nicht mehr in solche Kategorien wie „peinlich“ oder „cool“. Ganz im Sinne von Frankie Goes To Hollywood gilt für mein Plattenregal: „Where Everything Has It’s Place And There Is A Place For Everything“.

Legt als Rauschmeißer immer auf
Peterlicht: „Sonnendeck (Turner’s Letzte Sonne Mix)“

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: 7/100: Enjoy The Silence | 100 Songs

  2. Pingback: 37/100: Music | 100 Songs

  3. Pingback: Bonner Linktipps am Montag: Festival-Edition | Bundesstadt.com

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.