Gastfeature: Modest

Sich für Musik begeistern und diese Begeisterung teilen – Mikko und ich machen das in diesem Blog. Andere Menschen stellen Musik, die man kennen sollte, auf CDs zusammen. Stefan Schmidt und sein Sohn Leo etwa haben die CD-Reihe „Sunday in Bed“ gestartet. Auf mittlerweile sieben Teilen haben sie viele großartige Songs versammelt und mich damit als Hörer gewonnen. Für 100songs.de hat sich Leo einen weiteren bemerkenswerten Track ausgesucht, der bislang auf keiner „Sunday in Bed“-CD untergekommen ist. Es ist

„Modest“ von Isaih Rashad von Leo Schmidt (2014)

Isaih Rashad ist ein junger Rapper, als Stiefsohn eines Priesters in Chattanooga, Tennessee, geboren. Bis zu dem Tag, als sein Stiefbruder ihm im Alter von 15 Jahren eine Outkast-Scheibe vorspielte, stand für ihn fest, seinem Stiefvater nachzueifern und auch Priester zu werden.

Heute ist er bei Top Dogg Entertainment, einem in Los Angeles ansässigem Label, gesignt. TDE hat u.a. Kendrick Lamar, School Boy Q und die restlichen Black Hippy Jungs unter Vertrag. 2011 avancierte TDE zu dem rettenden Hip-Hop-Label, das ein Großteil der an den R’n’B verlorenen Hörerschaft zum Rap zurückführen konnte.

Isaiah Rashads Alleinstellungsmerkmal wird schon bei einem näheren Blick auf sein Label klar: Er ist der einzige Rapper, der nicht aus Kalifornien stammt (Anmerkung dazu: SZA ist eine Sängerin.) Sein Debüt war die EP „Cilvia Demo“. Sie klingt wie aus einem Guss, ist nie ausgehört und eignet sich immer gut, um vor Freunden oder Fremden einen perfekten ersten Eindruck in Bezug auf Musik Geschmack zu machen.

Auch wenn mein Favorite auf der EP der letzte Song, „Shot you down“, ist (der Soul-, und Laidback-Liebhaber wahrscheinlich sogar noch mehr anspricht), denke ich, dass man anhand des Songs „Modest“ ganz klar und eindeutig das einzigartige Talent von Isaiah erkennen kann.

„Modest, I, be in interviews, some niggas hating. Cause I play it like, I no have no clue that I´m the greatest.“

Zwischen jugendlichem Größenwahn und christlicher Bescheidenheit ist dies eine der geilsten ersten Lines eines Tracks, die ich je gehört habe. Wie man das dazugehörige Video deutet, spielt keine Rolle. Ein Lied sollte einzeln betrachtet werden und für sich alleine sprechen können. Und das tut „Modest“ in jedem Fall.

Isaiah Rashad kann man nicht haten. Unabhängig davon, dass er bei dem wohl angesagtesten Hip-Hop Label der Welt gesignt ist, bringt er auf jeder Ebene die nötigen Skills mit, um mit jedem Großen aus der Szene im direkten Vergleich zu gewinnen. Mit einem Kendrick Lamar überlegenen Flow ist Isaiah Rashad jetzt bereits der Rapper, auf den ich in Zukunft am meisten gespannt bin, noch vor Logic und Frank Ocean. Oder war das zu bescheiden ausgedrückt?

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