Interlude: Whitney Houston

Wenn es etwas gibt, das mich an unserem Blog stört, dann ist es der hohe Anteil an männlichen Künstlern. Ich habe mal gerade unsere Liste durchgeguckt: Von den mittlerweile 89 Songs, die man unserer Ansicht nach kennen sollte, sind vier von Frauen. So etwas passiert offenbar, wenn Jungs sich spontan ihren Lieblingssongs hingeben. Diese Schlagseite möchte ich ein wenig ausgleichen und werde mich darum die kommenden Tage mal eher auf Künstlerlinnen konzentrieren. Und weil ich vom Wochenende noch einen „I Wanna Dance With Somebody“-Ohrwurm habe, fange ich mit Whitney Houston an.

Es muss so gegen zwei Uhr morgens gewesen sein. Neben meinem DJ-Pult feierte eine leicht beschwipste Truppe, alle noch recht jung (aus meiner Perspektive heißt das: Mitte 20). Ausgerechnet von dieser Clique erreichten mich am vergangenen Freitag die Wünsche nach Achtzigerjahre-Songs. Nachdem ich „Liberian Girl“ von Michael Jackson mehr oder weniger erfolgreich als „Downer“ wegdiskutieren konnte, rief jemand hoch „‘I Wanna Dance With Somebody‘von Whitney Houston.“ Es hat einen Moment gedauert, bis ich mit Blick auf das Publikum dachte: „Warum eigentlich nicht?“. Die Leute auf der Tanzfläche sahen das offensichtlich genau so und tanzten und sangen mit.

Ich glaube, ich habe vorher noch nie einen Whitney-Houston-Song gespielt. Es gibt von ihr so viele Songs, die ich grausam finde, dass ich Whitney Houstin bislang nicht einfach ruhigen Gewissens aus der Plattenkiste kramen wollte. Für mich war sie irgendwie in erster Linie eine Schnulzen-Sängerin und darum irgendwie nicht ganz integer. Aber ich habe mich offenbar getäuscht und vielleicht nehme ich das als Ermutigung, irgendwann auch mal den Song von ihr zu spielen, den ich seit seinem Erscheinen 1988 (mehr oder weniger heimlich) liebe: „Love Will Save The Day“. Es ist ein Song, der Pop, eine tolle Stimme, frühe House Music und eine ermutigende Botschaft zusammenbringt. Eine großartige Mischung, wie ich finde.

Von dem Song gibt es auch ein paar sehr schöne Remixe, unter anderem von den beiden großartigen House-Produzenten David Morales und Jellybean, der das Original noch ein bisschen tanzbarer macht.

Aber auch die stärker an der Ursprungsfassung orientierten Versionen von Ric Wake sind klasse und haben ihren festen Platz in meinem Plattenregal.

Warum der Song bislang nicht in meiner Liste aufgetaucht ist? Nun, außer meiner heimlichen Liebe kann ich nicht viel zu ihm sagen. Aber ich bin froh, dass ich ihn jetzt doch noch unterbringen kann. Und dankbar, dass die jungen Leute mich am Freitag an sie erinnert haben.

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