Interlude: Zyon

Seit ein paar Tagen bin ich in einer Facebook-Gruppe namens „Techno&House 1988-1992„. Du errätst sicher, was dort passiert: Die Mitglieder posten dort ihre Genre-Hits aus der Zeit. Ich bin hier auf ein paar tolle Sachen gestoßen und habe natürlich auch überlegt, welchen Song ich denn posten könnte. Und da fiel mir als erstes „No Fate“ ein.

„No Fate“ ist aus der Zeit, in der ich ein wenig schizophren unterwegs war. Freitags und samstags headbangte ich im Fiz Oblon zu Public Enemy, Lard und Metallica. Sonntags fuhr ich in Osnabrück in den Hyde Park und tanzte zu The Shamen, Opus III – und Zyon. Dort hörte ich „No Fate“ auch zum ersten Mal. Eine Kommilitonin kletterte die Leiter zur DJane hoch, um nach dem Song zu fragen. Und am Tag drauf kaufte sie sich die Maxi-CD. Die wir in den kommenden Wochen ständig hörten.

Über den Song selbst kann ich nicht viel sagen. Zyon – also vermutlich die Person, deren Stimme man hört – hat nicht viele Platten veröffentlicht. Zu „No Fate“ gab es noch ein Album, aber das war es im Wesentlichen schon. Hinter der Produktion aber steckte Sven Väth, der sich bis dato schon mit seiner Frankfurter Interpretation des Techno als DJ, Produzent und Labelchef fest etabliert hatte.

Ein paar Jahre später kam „No Fate“ mit neuen Mixen noch einmal raus. Ich fand die 12“ 1996 in einer Grabbelkiste bei Shock Records in Osnabrück. Ich war überrascht, dass sie dort drin steckte, weil sie noch frisch und dann auch noch doppelt vorhanden war. Egal: Ich freute mich über den Fund und ging zur Kasse. Der Typ schaute die Maxi mit kritischem Blick an, las die Infos auf der Rückseite, schaute dann mich an und sagte: „Die kann ich Dir nicht verkaufen.“ Mir war sofort klar, dass er sie zu dem günstigen Preis bloß selber haben wollte und sagte: „Da ist noch eine in der Kiste.“ Er: „Ach so, ja dann.“

Jetzt hatte ich gleich doppelt Grund zur Freude: Schnäppchen gefunden und auch noch erfolgreich verteidigt. Und ich möchte die Platte auch nicht missen…

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