Interlude: Hozier

Ich glaube, die Ereignisse in Frankreich haben in dieser Woche niemanden unberührt gelassen.

Der plötzliche Schock, die Fassungslosigkeit, die Angst, die Unsicherheit, die Zukunftssorgen – all das kann einem schon zu schaffen machen. Vor allem, wenn man sich dabei ertappt, dass man gerade wieder in jeder freien Minute die News-Updates checkt und stundenlang die immergleichen Nachrichten-Bilder von ARD bis BBC nach neuen Erkenntnissen absucht.

Ich habe natürlich auch keine Antworten oder irgendein Patentrezept – aber Musik hilft mir eigentlich meistens, solche Situationen zu durchstehen ohne allzu sehr in Panik zu verfallen. In dieser Woche hat mir die Single „Take Me To Church“ des irischen Sängers Hozier sehr viel bedeutet: Es geht mir überhaupt nicht um den Inhalt, der nun dummerweise auch etwas mit Glauben zu tun hat, sondern vielmehr um den reinen Klang seiner Musik.

Der Song ist zwar schon mehr als ein halbes Jahr alt, aber irgendwie hatte ich den kaum auf dem Schirm. Und als das Video dann bei VIVA Austria in meinem Hotelzimmer-Fernseher aufploppte, war ich dankbar für die thematische Abwechslung: Clip-Regisseur Brendan Canty hat mit starken Bildern eine sehr dramatisch-beklemmende Story inszeniert, die den Blick darauf lenkt, dass es auch noch andere Brennpunkte als den gerade überall medial verhandelten gibt… Harter Tobak, aber sehr wichtiger Tobak.

Musikalisch haut mich der Song auch deshalb so um, weil er mich sowohl von der Gesangsart als auch von der Melodieführung an alte Aerosmith- oder Black Sabbath-Nummern erinnert, die ich früher gerne gehört habe. Consolation through music? Manchmal nicht ganz unmöglich. Wenn auch nur für die Dauer weniger Minuten.

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