Interlude: Moby

Ich habe heute meine Mittagspause mit Moby verbracht. Zunächst erhielt ich morgens eine Mail von ihm, dass er ein Ambient-Album aus dem Jahr 2005, von dessen Existenz ich bis dato gar nichts wusste, erneut veröffentlichen wolle. Ambient? Diese Spielart elektronischer Musik hat bei Moby eine lange Tradition. Eine, die mir eine Zeit lang auch gut gefiel. Warum also nicht damit die Mittagspause beschallen und etwas zur Ruhe kommen? Schon beim ersten Song wusste ich: „Hotel Ambient“ war eine gute Entscheidung.

Bis Mitte der Neunzigerjahre fand ich Moby ziemlich gut. Also nicht nur seine Dance-Sachen, sondern auch die eher zurückgenommen Songs, die auf „Everything Is Wrong“ zwischen den Hits verteilt oder als B-Seiten auf seinen Maxis platziert waren. „Hotel Ambient“ steht offenbar in dieser Tradition, war aber war eine limitierte Beigabe, die Moby mit seinem 2005-er Album „Hotel“ verteilt hatte. Zu einer Zeit also, als ich mit Moby nicht mehr viel anfangen konnte. Darum war diese Veröffentlichung damals auch an mir vorbeigegangen.

Diese Gemengelage – verbunden mit dem Wunsch in der Mittagspause abzuschalten – verleitete mich dazu, mir „Hotel Ambient“ neun Jahre nach der Erstveröffentlichung doch noch mal anzuhören. Gleich das erste Stück, „Swear“, erfüllte alle meine Erwartungen an Wohlklang, Emotion und Zugänglichkeit.

Die anderen Songs sind dann doch noch reduzierter – manchmal sogar nur auf ein paar Keyboard-Flächen, die sich entspannt ablösen. Das klingt manchmal nach Jean Michael Jarre, manchmal erkennt man auch Moby-typische Sounds wie die Streicher von „Porcelain“ wieder. Manchmal klingt es auch wie die Hintergrundmusik zur 16.000-Euro-Frage von „Wer wird Millionär?“ – aber wirklich nur manchmal.

Moby, „Hotel Ambient“, meine Käsebrote und ich. Alles in allem also eine schöne Mittagspause.

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