Interlude: Alphaville

Du kannst Dir sicher gut vorstellen, dass ich Alphaville von Anfang an cool fand. Elektronisch, schwermütig, mit leichten Reminiszenzen an ein Quartett aus dem englischen Essex. Außerdem kamen Alphaville aus Münster – noch nie war ich einer Band geographisch so nah gekommen. Aber es gibt da noch einen weiteren Punkt, für den ich Alphaville schätzte – und das waren ihre Maxi-Singles.

Während in England und den USA seit Anfang der Achtzigerjahre Bands und Plattenfirmen keine Kosten und Mühen scheuten, ihre Songs auch in aufwändigen Maxi-Versionen zu veröffentlichen, lief Pop-Deutschland dieser Entwicklung lange Zeit hinterher. Alphaville waren da anders. Gleich die erste Single, „Big In Japan“, erschien auch als Remix-12-Inch. Die Ballade „Forever Young“ etwa motzten sie für die Maxi radikal (aber angemessen) auf. Und dann taten Alphaville etwas, was mir bei deutschen Bands bis dato nicht untergekommen war: Sie arbeiteten mit den us-amerikanischen Remixern zusammen, die ich schon lange anhimmelte. Steve Thompson und Michael Barbiero produzierten eine neue Version von „Dance With Me“, Jellybean von „Jet Set“. Und die New Yorker Remix-Veteranen John Morales & Sergio Munzibai arbeiteten an „Red Rose“. Für mich war das damals einer der wenigen Momente, wo deutsche Popmusik ähnlich cool war die die aus England und den USA.

Natürlich konnte ich mir damals längst nicht alle Alphaville-Maxis kaufen. Doch jetzt kann ich diese Lücken endlich schließen: Auf „So80s presents Alphaville“ sind alle Versionen drauf, die ich Mitte der Achtzigerjahre mangels Taschengelds nicht kaufen konnte. Ich bin gespannt, wie viel von dem damaligen Zauber auch heute noch bei mir wirkt.

So oder so: Diese Version hier finde ich auch heute noch großartig.

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