Interlude: Drei Dinge, die ich nicht brauche – aber trotzdem vielleicht kaufen werde

Es naht die Weihnachtszeit. Für Plattenfirmen und Künstler ist das erfahrungsgemäß die Zeit, in der sie potenzielle Weihnachtsgeschenke zum Verkauf anbieten. Best Ofs, das lang ersehnte Album eines großen Namens, Deluxe-Editionen… Dieses Gesetz des Marktes finde ich eigentlich doof – kann mich aber manchmal nicht gegen einen Kaufimpuls wehren. Dieser Tage wurden drei Dinge angekündigt, die ich eigentlich nicht brauche – aber vielleicht trotzdem kaufen werde. Hier sind sie:

1. Live in Berlin
Anderthalb Jahre nachdem ich Depeche Mode auf ihrer jüngsten Tour gesehen habe und gut sechs Monate nach dem Tourfinale in Moskau erscheint nun die obligatorische Live-DVD. Das Konzert an sich war damals gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Wenn ich mir aber das Tracklisting der DVD anschaue, sind es im Großen und Ganzen wieder dieselben Songs, wie auf den drei letzten Live-DVDs. Aber die Band ist ja nicht doof und schafft zusätzliche Kaufanreize. So singt Martin Gore zusätzlich zwei Songs in Berlins ältestem Bordell. Brauche ich alles nicht wirklich. Aber ich bin ja irgendwie auch Komplettist. Und für einen netten Konzert-DVD-Abend ist „Live In Berlin“ vermutlich doch ganz gut geeignet. Kaufwahrscheinlichkeit also: bei 60 Prozent.

2. Some Kind Of Monster
Die Dokumentation über die mehrjährige Gruppentheraie und Wiedererweckung von Metallica ist großartig. In den zehn Jahren nach Erscheinen habe ich den Film schon mehrmals gesehen. Und wir hier – inklusive Leser – sind der Meinung: klasse. Was liegt also näher, als die Kuh zum zehnjährigen Geburtstag noch einmal zu melken? Metallica veröffentlichen die Doku also im November noch einmal als Blu-Ray und Download. Der zusätzliche Kaufanreiz: Mit „Metallica: The Monster Lives“ lässt die Band die zehn Jahre seit Erstveröffentlichung Revue passieren. Wenn das genau so offen und ehrlich passiert, wie in „Some Kind Of Monster“, könnte das sehr unterhaltsam und berührend werden. Und da ich vor zehn Jahren noch nicht zugeschlagen habe, könnte ich es jetzt eigentlich gut tun. Kaufwahrscheinlichkeit also: bei 80 Prozent.

3. Songs From The Big Chair
Im vergangenen Jahr lag die Deluxe-Box von „The Hurting“ unter meinem Weihnachtsbaum. Tears For Fears hatten ihr Debütalbum zum 30. Geburtstag mit schönem Bonus-Material aufgepimpt und ansprechend verpackt zurück in die Läden gebracht. Ich musste das haben – und war glücklich. Tears For Fears müssen das mitbekommen haben, denn jetzt erscheint ihr zweites Album in einer noch aufwändigeren Deluxe-Edition. Sechs Tonträger mit reichlich Zusatzmaterial sollen in der Box liegen. Mein erster Impuls: Das übersteigt sogar meine Bedürfnisse. Aber: Bei der Zusammenstellung hat Paul Sinclair mitgeholfen, ein supernetter Typ, der den Blog Super Deluxe Edition betreibt. Der kennt sich aus und wird schon dafür sorgen, dass da kein Schrott recyclet wird. Dennoch: Ich habe bereits eine Deluxe-Ausgabe von „Songs Of The Big Chair“ – und alles was darauf fehlt in anderer Form im Regal. Dennoch: Mit Blick auf die Beteiligung von Paul und die Anstrengungen, die er unternimmt, bleibt die Veröffentlichung interessant. Kaufwahrscheinlichkeit also: bei 50 Prozent.

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich hatte auch schon die Deluxe-Edition von SFTBC, aber die fehlenden Extended Mixes, Liveaufnahmen und anderen Raritäten haben dann den Ausschlag gegeben. Dazu gibt es ja auch noch die neuen Remixe von Steven Wilson (selbst Musiker und hochgelobter Surround-Mixer). Meine Box ist seit gestern da… :)

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