Interlude: Tanzbare Fundstücke

Bei meiner Suche nach neuer Musik, die mich begeistert, bin ich in den vergangenen Tagen häufig bei tanzbaren Sachen hängengeblieben. Ein paar der Stücke gefallen mir so gut, dass ich sie gern mit Dir teilen will. Mit dabei sind ein paar Helden von früher, Helden von heute und auch ein „local hero“.

Ich fange mal hinten an: der „local hero“. Dass Köln ein Mekka für Liebhaber elektronischer Musik ist, muss ich Dir ja nicht mehr erzählen. Aber auch Bonn kann in diese Richtung einiges vorweisen, Mit „Lustig Wandern“ gibt es ein – ich nenne es mal – Kollektiv, das sowohl Talente aus der Gegend als auch Prominente aus der großen Welt an die Turntable bittet. Und auch produzentenmäßig muss sich die Bundesstadt nicht verstecken. Erdbeerschnitzel ist so jemand, den ich dafür gern als Beispiel anführe. Dieser Tage hat er einen neuen Song veröffentlicht, den ich (mal wieder) sehr schön finde.

Zu My Panda Shall Fly & Mau’lin kann ich so gut wie gar nichts sagen. Zwei Acts, die auf Einladung des Labels Project Mooncircle gemeinsam eine EP aufgenommen haben. Ich weiß auch schon gar nicht mehr, wie ich auf den Song gestoßen bin. Aber ich bin an der Stimmung und den Sounds von „1“ hängengeblieben. Vielleicht geht es Dir ja genau so.

Vor ein paar Monaten schon kam Claptone auf meinen Radar- ein DJ/Produzent aus (ich vermute) Berlin. Seitdem er mal einen Remix von den Pet Shop Boys verschenkt hat, folge ich ihm auch bei Facebook. Dort konnte ich seine Sommer-Reiseroute verfolgen und daran teilhaben, wie er an zahlreichen schicken Orten aufgelegt hat. Natürlich postet Claptone auf Facebook auch neue Musik – zum Beispiel seinen Remix für Rüfüs. Oder eben diesen Song, den er für (die mir bislang nicht bekannten) Sounds Of Lesbos gemacht hat. Sehr positiv, sehr uplifting, sehr schön. Seinen ersten Hit hatte Claptone übrigens auf Grundlage eines Wu-Tang-Clan-Samples, vielleicht ist das ja für Dich ein interessanter Nebenaspekt.

Von Soul Of Hex hatte ich bis vor Kurzem noch nie gehört. Hier weiß ich aber genau, was mich auf sie aufmerksam gemacht hat: ein Remix von Larry Heard. Larry Heard ist eine Chicago-Elektro-Legende. “Bring Down the Walls”, “Can You Feel It” oder auch “Washing Machine” sind wegweisende Klassiker aus den frühen Tagen von House, Techno und/oder Acid. Keine Frage, wenn solch eine Legende einen Remix-Auftrag annimmt, muss sowohl am Original als auch an der Bearbeitung etwas dran sein. So zumindest meine Fan-Logik. Und bei „Lip Reading“ hat sie sich bestätigt: Heards Remix klingt großartig, ist sehr stimmungsvoll ohne groß zu ballern und macht mich glücklich.

Last but not least: Dr. Motte ist natürlich ein weiterer Held von früher. Ich finde nicht alles gut, was er die vergangenen 25 Jahre auf die Beine gestellt hat (die Kollaborationen mit Westbam der Neunzigerjahre etwa). Aber dafür, dass er die Love Parade ins Leben gerufen hat, zolle ich ihm Respekt. Und sage danke für ein paar tolle Tage in der Hauptstadt. Auf seinem Label Praxxiz veröffentlicht Dr. Motte weiterhin Musik, gern auch in Zusammenarbeit mit anderen verdienstvollen Veteranen. Für seine neue EP etwa hat er unter anderem Ken Ishii und auch Pascal F.E.O.S eingespannt. Da höre ich aus alter Verbundenheit mit großem Interesse rein. Und finde, dass deren Bearbeitungen von „Zikade“ bzw. „Fever“ sehr gelungen sind. Bis zur Veröffentlichung ist es zwar noch etwas hin, aber hier es gibt schon einen Teaser auf das, was da kommen wird.

War da etwas für Dich dabei, oder ist das für Dich schon zu kleinteilig elektronisch?

Schreib einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.