Interlude: Nazar

Platz 2 der deutschen Albumcharts und man könnte sich fragen: Wer ist eigentlich dieser Nazar?

Nun, mit „der österreichische Bushido“ wäre diese Frage nur unzureichend beantwortet. Zwar verkörpert Nazar in unserem südlichen Nachbarland ein ähnliches Image wie der Berliner Gangsta-Rap-Chefboss – aber eben nur teilweise.

Ich muss zugeben, dass ich ihn noch nicht lange auf dem Schirm habe: Erstmals fiel sein Name vor zweieinhalb Jahren in Zusammenhang mit einer österreichischen TV-Show namens „Blockstars – Sido macht Band“. Der Titel ist ja einigermaßen selbsterklärend, aber darüber hinaus blieb da bei mir nicht viel in Zusammenhang mit Nazar hängen.

Dann hörte ich ihn letzten Oktober auf Sidos Allstar-Track und war begeistert von seinem charmanten Akzent und Flow. Seit einigen Wochen befeuert Nazar nun die Promo-Maschine um sein sechstes Album „Camouflage“ und machte in der HipHop-Fachpresse mit recht provokanten Statements auf sich aufmerksam: Dieses ganze Rumgedisse gegen andere Rapper, wie es in Deutschland praktiziert würde, interessiere ihn nicht. Vielmehr sei er als Kind mit seiner Mutter aus dem Iran geflohen und hätte daher ganz andere Sorgen, über die er rappen wolle.

Obwohl das nur zum Teil so stimmt gefiel mir sein Ansatz – trotz seiner kantigen Vortragsweise seiner Argumente – recht gut. Und als ich dann auch noch hörte, dass er sich in Österreich regelmäßig mit rechten Politikern anlegt, mochte ich ihn gleich noch viel mehr. Außerdem ist Nazar der erste Künstler, der sich aus dem Nachlass von Falco bedienen durfte und damit nach Dschungelkönigin Brigitte Nielsen erst der zweite Künstler, der überhaupt mit Falco ein „Duett“ aufgenommen hat. Und das kann man doch eigentlich nur gut finden, oder..?

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