Interlude: Hubert Kah

buch_chartsAlle zwei Jahre nehme ich mir dieses Buch zur Hand und lese es von vorne bis hinten durch. Man könnte meinen, dass ich mir inzwischen alle relevanten Geschichten gemerkt haben sollte, aber bei jedem Durchgang finde ich Aspekte, die mir neu sind. Christian Bruhn hat nicht nur die Musik von Capatain Future und Heidi geschrieben. Per Gessle hat den Platzhalter-Text für „The Look“ nie überarbeitet. Denniz Pop ist schon seit 16 Jahren tot. Hubert Kah hat „Maria Magdalena“ geschrieben. Ausgerechnet Hubert Kah, den ich anfangs als den Gottlieb Wendehals der NDW abgespeichert habe und jetzt als etwas skurrilen Talk- und Kochshow-Gast wahrnehme. Aber offenbar war an dem Herren damals doch mehr dran, als mir die ZDF-Hitparade, Disco mit Ilja Richter und Mal Sandock gezeigt haben. Und genau jetzt kommen Blank & Jones ins Spiel.

Die beiden Kölner haben es sich bekanntermaßen zu einer Aufgabe gemacht, Material der Achtzigerjahre aufzubereiten und zusammenzustellen. Nachdem sie mich im April mit neuen Versionen von ZTT-Klassikern begeistert haben, bedienen sie jetzt meine Neugier in Sachen Hubert Kah.

The Very Best of Hubert Kah

Blank & Jones haben die Singles von Hubert Kah remastered und am Stück versammelt. Schon erstaunlich, wie lange Hubert Kah nach „Rosemarie“ noch Platten veröffentlicht hat, die ich überhaut nicht mehr wahrgenommen habe. Und dabei war ich bei Kahs ersten Auftritten und Airplays wirklich begeistert: Über mehrere Wochen hatte ich versucht, eine Aufnahme von „Rosemarie“ zu bekommen, in die kein Moderator reinquatscht.

Zugegeben: Heute habe ich längst nicht bei allen Songs der Compilation das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Aber mir scheint angesichts der vielen mir nicht bekannten Stücke, die Blank & Jones mir jetzt zugänglich gemacht haben: Schon weit vor der Erfindung von Social Media hat es das Phänomen der Filterblase gegeben – nur eben von Musikredakteuren und Freundeskreisen gesteuert und noch nicht von Algorithmen.

Von daher werde ich heute Abend auch noch mal meine Sandra-Maxi-Single rausholen und nachschauen, ob Hubert Kah da wirklich draufsteht. Das muss mir wirklich über Jahre entgangen sein. Und dann nehme ich mir wieder das Buch zur Hand – auf der Suche nach neuen Anekdoten und Entdeckungen.

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