Interlude: Kiesza

Neulich bekam ich eine Unterhaltung mit, die mich schaudern ließ. Während ich an der Supermarktkasse in der Schlange stand, sagte jemand hinter mir: „Kennst Du schon diese Coverversion von ‚What Is Love‘?“ Eine andere Person fragte ungläubig zurück: „Meinst Du dieses Nineties-Ding von Haddaway?“ – „Ja, von einer Frau gesungen, als Ballade. Total gut.“ Ich mochte mir gar nicht vorstellen, wie jemand an diesem Euro-Dance-Stampfer herumbastelt, um ihm irgendwie Leben einzuhauchen… Gruselig. Ohne mich umzudrehen verließ ich den Laden. Und suchte zuhause stattdessen im Netz nach „Hideaway“ von Kiesza, das ich zuvor im Radio gehört hatte.

Ein Song, der „Hideaway“ heißt, kann nicht schlecht sein. Da gibt es zum Beispiel diesen großartigen Klassiker von De’Lacy. Und Kiesza geht mit ihrem Song gleichen Namens in eine ähnliche Richtung. Ich mag diese Art House, die geschickt mit Referenzen an frühere Zeiten arbeitet. Dazu kommen noch ein paar schöne Remixe: Der eine klingt dank sehr prominenten Pianos nach Frankie Knuckles, der andere hat eine ganz andere Herangehensweise, der dritte ist klar für den Club. Gefällt mir in dieser Bandbreite sehr gut. Dass die Wahl-New-Yorkerin aus Kanada mit „Hideaway“ in England schon auf Platz Eins war – es sei ihr gegönnt.

Und wie ich mich bei Soundcloud umschaue, sehe ich – „What Is Love?“. Von Haddaway. Als Ballade gecovert. Das muss das Stück sein, über das die Typen im Supermarkt gesprochen haben. Und diese Balladenversion wird gesungen von – Kiesza. Da mir „Hideaway“ so gut gefällt, starte ich also den Song, vor dem ich mich vorher noch so gegruselt habe.

Ich muss gestehen: Das kann man so machen. Was meinst Du?

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