Interlude: Wu-Tang Clan

The Wu is back. Das dürfte jedenfalls eine ausgesuchte und zugleich kaufkräftige Zielgruppe interessieren.

Denn wer es noch nicht mitbekommen hat: Der Wu-Tang Clan hat sich für ein interessantes Marketing-Konzept entschieden. Die neuen Songs werden auf genau einem (in Zahlen: 1!) Tonträger veröffentlicht – und der soll natürlich nicht für 13,99 Euro bei HMV oder Saturn über den Ladentisch gehen, sondern versteigert werden. Das dürfte ein völlig neuartiger Umgang mit Musik im Streaming-Zeitalter sein: Das Album bekommt seinen Kunst-Charakter zurück und wird zugleich ein Unikat.

Eine mögliche Szene:

„….so, und hier sehen Sie meinen Chagall. Nachdem der olle Gurlitt endlich weg vom Fenster war, hab ich ihn endlich zurückbekommen… ach ja, und dort in der Vitrine lagert die Silberschatulle mit „The Wu – Once Upon A Time In Shaolin“ darin. 2014 war wirklich ein tolles Jahr – auch ohne ODB hat der Clan gut abgeliefert.“

Hm, klingt irgendwie schwer vorstellbar. Aber eben interessant. Und wenn irgendwo einer der 31 Songs im Netz auftaucht, wissen GZA und RZA wenigstens, wen sie wegen illegaler Uploads verklagen können. Das bringt gleich noch mal Kohle in die Kriegskasse.

Hab ich noch was vergessen? Ach ja, das gute Stück wird zuvor ausgestellt und kann in Marrakesch besichtigt und angehört werden. Natürlich nur mit Kopfhörern – zum Preis von jeweils 30 bis 50 Euro. Bei diesem Schnäppchen muss so manch einer ganz sicher seine Urlaubsplanung überdenken.

Aber ganz so herzlose Kommerz-Kapitalisten sind Method Man und seine Vasallen auch nicht – nein, nein. Ein Forbes-Journalist (man merkt langsam, in welche Richtung das ganze abdriftet…) durfte zumindest mal reinhören. Und der hatte ein Kamerateam dabei. So sieht große Musik-PR im Jahr 2014 also aus:

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