Interlude: Blank & Jones

Du weißt – ich mag Maxi-Singles und Remixe. „Remixer“ war ja sogar lange mein Berufswunsch. Und ich finde die Remixe klasse, die Trevor Horn in den Achtzigern für Frankie Goes To Hollywood und Propaganda produziert hat. Dann wird es Dich nicht wundern, dass ich „So80s pres. ZTT“ großartig finde. Die beiden Kölner DJs/Produzenten Piet Blank und Jaspa Jones haben vom Label ZTT viele Originalaufnahmen aus den Jahren 1983 bis 1986 bekommen und konnten damit die Songs neu arrangieren. Ganz im Sinne der damaligen Maxi-Versionen, eben nur heute produziert.

Das Beispiel „Rage Hard“ zeigt sehr gut, was ich an dem Projekt von Blank & Jones so großartig finde: Die beiden haben auf den Originalspuren Details entdeckt, die ich (und vermutlich viele andere Fans von ZTT) vorher nie gehört hatte. Hier sind es einige der Voiceovers von Pamela Stephenson, die uns mit ihrer Stimme durch den Track führt, die bislang noch nicht an mein Ohr gekommen waren. Bei „Dr. Mabuse“ von Propaganda haben sie ursprünglich rückwärts abgespielte Stimmen vorwärts abgespielt. Und bei „Do You Know The Way To San Jose“ von Frankie Goes To Hollywood hört man am Schluss vermutlich die wahren Gedanken der Band über den Song, der so gar nicht auf das Debütalbum „Welcome To The Pleasuredome“ passen wollte – den ich aber auf Partys immer beim Warmup spiele. Jetzt habe ich endlich eine neue Version, die ich auflegen kann.

„Mit den neuen Versionen von Blank und Jones ist es ein bisschen so, als hätte jemand auf einem Dachboden noch einmal eine Kiste mit unveröffentlichten Aufnahmen entdeckt“, hat mir Paul Sinclair von „Super Deluxe Edition“ erzählt, mit dem ich über die Platte sprechen konnte. (Leider konnte ich seine Antworten in einem Artikel für die Arbeit aus Platzgründen nicht mehr unterbringen. Umso tragischer, weil seine Seite schlicht großartig und er auch noch ein total netter Typ ist. Schau ruhig mal vorbei.)

Als würden sie eine Schatzkiste auspacken – so müssen sich auch Blank & Jones gefühlt haben, als sie die Originalaufnahmen erhalten und zum ersten Mal durchgehört haben. Auf diesem Video zum Beispiel teilen sie ihre Entdeckung, dass es von „The Power Of Love“ eine bislang nicht gekannte Version gibt.

IMG_2514Diese Begeisterung für das Material, für die Songs, für ZTT und die Maxi als solche war auch zu spüren, als ich die beiden Kölner für meinen Arbeitgeber im Studio besuchen durfte. Wir sprachen über für uns so wichtige Remixer wie Arthur Baker, John „Jellybean“ Benitez, Steve Thompson und Julian Mendelsohn. Du erinnerst Dich? In meinem Urlaubs-Post hatte ich Dir von ihm und seinem Remix von Bob Marleys „Waiting In Vain“ erzählt. Zum Abschluss meines Besuchs bei Blank & Jones ist auch noch dieser Selfie entstanden, den ich Dir nicht vorenthalten will.

Du denkst, Du hast dieses ganze Frankie-Zeug schon zum Halse raus? Dann kann ich Dir nur die Neubearbeitung von „The Power Of Love“ empfehlen. Genau, dieses Ding, das die Radiosender immer zu Weihnachten rauskramen. Die ersten, nur vom Orchester getragenen Minuten, lassen einen komplett vergessen, wie oft man den Song schon gehört hat.

Aber genug frohlockt. Jetzt gehe ich erstmal weiter auf Schatzsuche.

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