Interlude: 3Plusss

Momentan gibt es haufenweise neue deutsche Rap-Releases. So viele, dass ich gerade einmal so hinterher komme mit dem Reinhören – es aber es nicht immer wage, Dir gleich dazu eine Hörempfehlung zu schreiben.

Das war zum Beispiel bei 3Plusss so. Seit einigen wochen beobachte ich den Output des 23-jährigen Esseners. Vor etwa zweieinhalb Jahren hat er sich über das Videobattle VBT in der Rap-Szene einen Namen gemacht.

Ich mochte seine markante Stimme und seine selbstbewusste Art zu rappen. Doch natürlich gibt es himmelweite Unterschiede zwischen einem Battle-Track, in dem es nur darum geht, den Gegner humorvoll rund zu machen und richtigen Songs, die man sich gerne öfter anhört.

So war ich erstmal etwas abwartend, als die Promomaschine für sein Album „MEHR“ vor ein paar Wochen losging. Doch inzwischen habe ich ein längeres Radiointerview gehört und ein paar Artikel über „MEHR“ gelesen, außerdem natürlich sein Album gehört. Das ist diese Woche auf Platz 24 in die deutschen Charts eingestiegen.

Insgesamt muss ich sagen: Er macht das sehr gut. Die neueste Auskopplung heißt „Langweilt mich“: Da gibt 3Plusss den streitlustigen Angry Young Man.

Wenn man wie ich kurz vor der 40 steht, ist diese Weltsicht längst erledigt: Man könnte auch sagen, der Zug ist abgefahren. Trotzdem finde ich es sehr erfrischend, wie er karrieregeilen BWLern den Stinkefinger zeigt.

Noch besser gefällt mir aber „Sicher“. Den Song performt er zusammen mit Chefket, einem bislang im Mainstream zu stark vernachlässigten Conscious-Rapper aus Berlin. Dazu wurde ein geniales 70ies Sample von Nolan Porter gediggt, das dem Song seine wunderbare Melancholie verpasst und mich beim Hören straight in die 90er befördert.

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