Interlude: Die Fantastischen Vier

Schon seit Wochen buhlen die Fantastischen Vier massiv um meine Aufmerksamkeit. Da ist dieses riesige Plakat auf dem Supermarkt-Parkplatz bei mir um die Ecke. In riesigen Lettern bewerben die Fantas ihre Jubiläumstour, die noch grotesk weit weg erscheint (sie beginnt im Dezember). Weisen auf eine Platte hin, die erst im Oktober kommt. All das in einem Design, das nun wirklich keine Augenweide ist. Da mir die Fantastischen Vier seit einigen Jahren auch musikalisch nicht mehr viel zu sagen hatten, fühle ich mich von dieser unansehnlichen und fast schon sinnfreien Präsenz eher belästigt als belustigt. Und jetzt sind sie mit ihrer Kampagne noch einen Schritt weiter gegangenen und verschenken einen Songeine News, die mir fast überall begegnet. Eher aus Chronistenpflicht denn aus Interesse lud ich mir „25“ runter, ließ ihn dann sogar 36 Stunden unbeachtet. Bis jetzt. Und was soll ich sagen…

„25“ ist ein Hit. Dass ich das nochmal über einen Song der Fantastischen Vier sagen würde – ich hätte es am wenigsten gedacht. Aber, hey: Wie soll ich diesem Refrain widerstehen, den ich schon 1983 klasse fand? Wie dem Disco-Arrangement widerstehen, das nur danach schreit, laut auf einer Party gespielt zu werden? Wie der Selbstironie widerstehen, etwa in Zeilen wie „fantastisch – nicht mehr ganz frisch“?

Das ist charmant, ein bisschen witzig und geht auf jedem Fall in die Füße. Hätte ich den Fantas ehrlich gesagt gar nicht mehr zugetraut. Du wahrscheinlich schon, oder?

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ach, weißt Du – so dolle war am Ende das Thomas D.-Album auch nicht…

    Mir geht es mit den Fantis übrigens genauso wie Dir. Ich finde, dass sie inzwischen sehr belanglose Musik machen. Troy war das letzte Stück, an das ich mich überhaupt mit einem Titel erinnern kann – und das fand ich nicht mal so richtig derbe. 

    Insofern freut es mich, wenn Du findest, dass sie was Gutes Neues heraus bringen – und der Song hat wirklich eine – Achtung Wortwitz – catchy Hookline. Im Ernst, ich hätte den Song zu keiner Band zuordnen können – ich war stimmlich irgendwo zwischen Alison Moyet und Jimmy Sommerville gelandet. Was natürlich total gemein ist: Das Original klingt im Vergleich wahnsinnig lahm. Da reicht auch der Amboss nicht aus. 

    Aber zurück zur Fanti-Single: So richtig superderbe finde ich sie nicht. Aber der Clip ist nostalgisch, der Song sehr fröhlich und es macht also Spaß beim Zuhören und Zuschauen. Mehr erwarte ich inzwischen gar nicht mehr von den Vier.

  2. Pingback: 62/100: My Name Is | 100 Songs

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.