Interlude: M.I.A.

Einen Ohrwurm für heute gefällig? Meine Antwort zu Deiner 45/100 bleibe ich Dir heute noch schuldig, aber Zeit für eine hübsche Melodie bleibt. Es ist ein wunderbares Motto und passt gerade perfekt zu einer meiner aktuellen beruflichen Fragestellungen: Wie hat das Internet aktuell das moderne Frauenbild verändert? Es gibt ein paar Videos, die viel ahnen lassen – aber ich darf hier meinem Bezahl-Job nicht vorgreifen. Doch zumindest kann ich Dir diese schöne Melodie mitgeben – optisch verpackt in einem großartigen Video, das meine aktuelle Recherche-Thematik mehr als nur streift:

M.I.A. gehört für mich zu den wichtigsten zeitgenössichen Künstlern. Wichtig vor allem, weil sie es geschafft, mir das dröge Genre Weltmusik näher zu bringen. Die Abende, an denen ich ausgelassen zu Sitar-Klängen, brasilianischem Bossa Nova oder Zaire-Rock getanzt habe, gehen gleich Null. Zu kitschig-folkloristisch und zu wenig vorwärtsgewandt erscheinen mir häufig die Interpreten solcher Musikszenen – zumindest, wenn sie ihre Musik auf europäischen Bühnen performen. Soll heißen: Es interessiert mich kaum bis gar nicht, wenn auf solchen Ethno-Veranstaltungen plötzlich Weißnasen versuchen, sich elegant zu traditionellen Rhythmen ferner Kulturen zu bewegen.

So, nun habe ich genug provoziert – dabei wollte ich doch eigentlich nur eine Rampe für M.I.A. bauen: Ihre Herangehensweise, aus dem coolen Britania heraus derbe Club-Sounds und -Beats mit traditionellen Soundelementen aus ihrer zweiten Heimat Sri Lanka, Indien oder dem Nahen Osten zu vermischen, ist einfach verdammt gut. Und daher spendiere ich Dir für heute gerne diesen anderthalb Jahre alten Ohrwurm.

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  1. Das grenzt schon fast an einen Straftatbestand, mir gleich morgens so einen Song unterzujubeln. Denn: Den kriege ich dann wirklich nicht mehr aus dem Kopf. Und das, obwohl ich M.I.A. zuletzt kaum noch hören wollte. Zu überambitioniert, zu verbissen, in Teilen für mich schon fast unhörbar, kamen mir ihre Sachen rüber. Und dann noch diese Aktion beim Superbowl, deren tieferer Sinn sich mir nicht erschlossen hat. Aber gut: All das spielt keine Rolle, wenn „Bad Girls“ sich erstmal als Ohrwurm festgesetzt hat. Danke für das Hervorholen – auch wenn ich es nicht so schnell wieder los werde….

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