Interlude: C.A.S.P.E.R!

So Leute, heute gibt es endlich den Titeltrack von Benjamin Griffeys nächstem Album „Hinterland“ zu hören und zu sehen. Die Blogs drehen bereits gepflegt durch, bei Facebook wird gerätselt, ob das wirklich seine Freundin ist und heute Abend steigt irgendwo in Berlin ein Geheimkonzert, das vermutlich hoffnungslos überfüllt sein wird. Am Sonntag steht Casper dann beim Berlin Festival neben der ehemaligen Abfertigungshalle des Flughafens Tempelhof vor Björk auf der großen Bühne – und die Wetterprognose stimmt mich hoffnungsvoll.

Was lässt sich aus diesem Track ableiten? Mehreren Titelstorys zufolge (Spex, Intro, Juice) gilt „Hinterland“ ja als Album über das Erwachsenwerden in der westfälischen Provinz, doch die Videos wurden offenbar alle in Griffeys zweiter Heimat, dem amerikanischen Süden gedreht. Und so riecht es auch hier nach Trailerparks, 80ies Pick-Ups, hochgekrempelten Jeanshemden, Tattoos, einer White Trash-Beauty Queen und ein wenig Bonnie & Clyde-Roadmovie.

Musikalisch ist die zweite Single deutlich zurückhaltender als das epochal-sakrale „Im Ascheregen“. Aber immer noch stimmig. In vielen Vorab-Interviews hatte Casper ja erklärt, dass er weg vom „XOXO“-Rock und bewusst NICHT zurück zum klassischen Boom Bap-Rap steuern wolle. Bekannterweise hatte er ja dafür die Mannheimer Konstantin „Get Well Soon“ Gropper und Markus Ganter als Producers of Choice engagiert. Und so hatte ich erwartet, jetzt was ganz anderes, eher Indie-Electro-mäßiges heraus zu hören. Doch bislang merke ich davon nicht viel: Caspers Stimme steht immer noch im Vordergrund der Produktion und scheint schlüssig den Takt vorgegeben zu haben. Also: Ein neuer, interessanter Sound, aber keine Verkünstelung oder krampfhafte Avantgarde. Dem Fanboy in mir gefällt’s auf jeden Fall!

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