Interlude: Nine Inch Nails

1999 habe ich zum letzten Mal einen Tonträger von Nine Inch Nails gekauft. Das Doppelalbum „The Fragile“ war der Schlusspunkt einer musikalischen Begeisterung, die 1991 mit dem Debütalbum „Pretty Hate Machine“ begonnen hatte. In den acht Jahren dazwischen habe ich

Aber irgendwann reichte es mir. Es war vermutlich die Mischung aus den musikalisch immer schwerer zugänglichen Songs, dem sehr bemühten Auftreten, dem Bombast und der ständigen Nölerei in den Texten. Mit mir und meinem Leben konnte ich das irgendwie nicht mehr zusammenbringen. Stattdessen hörte ich bei allen Songs nur noch die künstlerischen Ambitionen von Trent Reznor heraus. Und das ging mir – trotz aller früheren Verbundenheit – ziemlich auf den Keks.

Erst 2011 habe ich mir wieder ein Stück der Band angetan – und fand es gar nicht mehr so schlimm. Trent Reznor hatte damals „Zoo Station“ von U2 für ein „Achtung Baby“-Tribute-Album aufgenommen. Und seine Aufgabe gut hingekriegt: Das Ergebnis war – im Vergleich zu solch ambitionierten Monsterproduktionen wie „The Fragile“ – reduziert, songorientiert und elektronisch-retro.

Diese positive Erfahrung war sicher ausschlaggebend dafür, dass ich in den vergangenen Wochen mit einem Ohr hingehört habe, wenn von einer NIN-Reunion, einem neuen Line-Up, einer neuen Platte und ersten Auftritten die Rede war. Und auch dafür, dass ich mir jetzt einen neuen NIN-Song heruntergeladen habe. „Copy Of A“ gibt es derzeit kostenlos bei Amazon. Und auch hier war ich beim ersten Hören, angenehm überrascht. Sicher: An der Haltung in den Texten und auch dem Gestus hat sich wenig verändert. Und auch das abrupte Ende des Songs ist so ein typisches Reznor-Stilmittel. Der Mann kann offensichtlich nicht aus seiner Haut (ich weiß: Wer kann das schon?). Aber der Sound ist gut. Mir gefällt, dass Reznor nicht alle Produktionstools aus seinem Studio in die fünf Minuten hat einfließen lassen, sondern nur die, die dem Song gut tun.

Ich bin neugierig auf das neue Album geworden. Und wer weiß: Vielleicht kaufe ich mir irgendwann ja doch nochmal einen Tonträger von NIN.

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