Interlude: Chris Rea

P9010039Gestern habe ich den Sommer auch für mich offiziell eingeläutet: Ich habe das Album „On the Beach“ von Chris Rea auf meinen iPod übertragen. Ich will nicht alles wiederholen, was ich bereits zu der Platte geschrieben habe, aber ein paar Dinge muss ich vielleicht doch erklären.

Zum Beispiel: Warum kauft man sich eine Chris Rea-LP? Ich vermute, dass es was mit „Josephine“ und dem dazugehörigen Album „Shamrock Diaries“ von 1985 zu tun hat. In den Jahren zuvor (1983) war Rea mir mit seinen Singles „I can hear your Heartbeat“ und „I don’t know what it is (but I love it)“ im Radio begegnet. Ersteres fand ich damals doof, mit letzerem kam ich klar. Frag’ nicht warum – ich weiß es nicht.

Auf jeden Fall war Rea auf meinem Radar, als zwei Jahre später „Josephine“ in den Radiosendern auftauchte. Ich fand keinen Grund, das Lied nicht zu mögen. Im Gegenteil. Ein Freund hatte die LP dazu, die ich im Herbst 1985 häufig und gern hörte. Mir gefiel die Bandbreite der Songs, die von Blues bis Elektropop reichte.

Und kurz vor den Sommerferien 1986 kam dann „On the Beach“, die ich eines Tages nach der Schule im Kaufhaus „Hohe Pforte“ in Quakenbrück kaufte. Die LP wurde der Soundtrack zu unserem Familienurlaub in der Türkei in dem Jahr – und seitdem eigentlich für jeden Sommer.

Die LP hat in den vergangenen 27 Jahren seit der Anschaffung natürlich ordentlich auf unter meinem Grundig-Plattenspieler gelitten. Umso erfreuter war ich, dass ich auf dem Bonner Weihnachtsmarkt 2012 in einem Charity-Shop die CD dazu zu einem günstigen Kurs fand. Das führte zu der Situation, dass ich „On the Beach“ mal ganz anders hörte: nämlich an einem frühen Sonntagabend im Dezember, im Dunkeln, im nach Harz riechenden Auto, im Kofferraum der Tannenbaum für Weihnachten. War aber auch schön.

Gern hätte ich Dir mit Spotify das ganze Album vorgespielt – aber die Platte habe ich dort nicht gefunden. Stattdessen also das Video zur Album-Version von „On the Beach“ (unten) und der Blick, den ich damit verbinde (oben).

Auf einen schönen Sommer!

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich finde es wirklich sehr schön, dass Du mit Chris Rea so ein Sommer-Ritual entwickelt hast. Ich erinnere mich noch dunkel an die Platte und fand es damals als Schüler interessant, wie glatt und laid back so eine raue Stimme klingen kann – das kannte ich von Joe Cocker und Rod Stewart überhaupt nicht. Auf jeden Fall ein extrem genialer Track zum Chillen, wie man heute sagen darf.

    Überhaupt, Du hast vollkommen recht – der Sommer ist da! Mein Urlaub ist zu Ende und ich habe ehrlich gesagt wenig Lust verspürt, meine ganzen vorbereiteten Playlisten auch durchzuhören. Im Gegenteil, ich bin – ernsthaft – bei ABBA und Roxette hängengeblieben und habe mich ebenfalls einfach treiben lassen.

    Aber jetzt bin ich wieder zurück in Berlin und merk an Tag 3, dass die ganzen schönen neuen Alben auch gehört werden wollen: Kanye West. Jay-Z. Genetikk. Vielleicht sogar Mac Miller. Aber um nicht ganz vom Thema abschweifen zu wollen (warum eigentlich nicht?) – hier ein nagelneuer Sommertrack aus Berlin, in dessen visueller Umsetzung mein Heimatbezirk eine große Rolle spielt:

    Reggae taugt schließlich nicht erst seit Seeed ganz hervorragend als Soundtrack zum Juli…

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