Interlude: Booker T. Jones

Der Kollege Mikko weilt derzeit im Urlaub, darum besteht weiterhin die Möglichkeit, ihm mit einem Kommentar auf „No, Surrender“ zuvorzukommen. Der Urlaub ist auch der Grund dafür, dass es heute nicht die Nummer 26 unserer 100 Songs, sondern erneut ein Zwischenspiel gibt.

Wie schon mal erwähnt, hat mein Vater meine musikalische Sozialisation sehr geprägt. Immer, wenn mir etwas aus seiner Plattensammlung gut gefiel, habe ich mir davon ein ganzes Tape von ihm gewünscht. Unter den ersten Maxell-Cassetten, die er mir aufgenommen hat, waren die Beatles, die Beach Boys, Elvis Presley, Diana Ross – und Booker T. & the M.G.’s.

http://www.youtube.com/watch?v=Fsg08S7rP6I

Die Begeisterung in meiner Familie für Booker T. Jones rührte sicher auch daher, dass Jones – wie mein Vater – Hammond-Organist ist. Nicht einfach Organist, sondern Hammond-Organist. Das ist was anderes als Franz Lambert. Der vom Leslie-Verstärker geprägte Sound der Hammond zog häufig durch unser Haus – entweder live aus dem Keller. Oder als Konserve vom Plattenspieler meines Vaters.

Als ich mich zunehmend für elektronische Musik interessierte, kam mir eine Hammond natürlich antiquiert vor. Aber rate mal, wer im Fiz Oblon den Experten hat raushängen lassen, als die Charlatans mit „The Only One I Know“ die Tanzfläche füllten?

Und jetzt, rund 35 Jahre nachdem Booker T. den Weg per Maxell-Cassette in mein Leben fand, stelle ich fest, dass er noch lebt. Und erst jetzt so alt ist, wie ich ihn 1978 geschätzt habe – nämlich Ende 60. Und dass er eine Platte aufgenommen hat. Die auch noch lässig klingt.

Im Zusammenspiel mit all dem neumodischen Brimborium – mit dem ich hier sehr gut leben kann – macht sich der der Klang der Hammond ganz gut. Rein rechnerisch wäre es eigentlich auch wieder Zeit, dass im Zuge eines 90s-Revival auch die Hammond wiederentdeckt würde. Sagt mir Bescheid, wenn Ihr was in die Richtung hört.

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