Interlude: Ray Manzarek

Hätte man mir 1991 gesagt, ich würde einmal das Werk von Ray Manzarek würdigen – ich hätte es nicht geglaubt. Selbst, als Massive Attack „Light My Fire“ für ihr zweites Album gecovert haben, waren The Doors für mich einfach nur Hippies, deren Werk mich weder berührt noch irgendwelche Einflüsse auf meine musikalischen Vorlieben gehabt hat.

Sicher, ich habe mir Oliver Stones „The Doors“ damals im Kino angesehen. Sogar zweimal. Aber das war in erster Linie Gruppenzwang. Und blieb weitestgehend folgenlos. Diese Zügellosigkeit im Umgang mit sich selbst, im Umgang mit anderen, in der Musik – für mich war das nur schwer erträglich. Ich mochte meine Musik konzipiert, strukturiert, programmiert. Von mir aus auch im 5/4-Takt. Oder wenn es unbedingt sein musste auch unter Drogeneinfluss. Aber bitte immer schön in klaren Grenzen.

Bis vor kurzem.

Denn heute sehe ich die Dinge irgendwie anders. Ich habe über die Jahre verstanden, dass Morrison, Manzarek, Krieger und Densmore so manche Grenze eingerissen haben. Und das mit einer ungeheuren, beeindruckenden Wucht. Ich ertappte mich jüngst sogar bei dem Gedanken, „Riders in the Storm“ oder „Light My Fire“ in ein DJ-Set zu schummeln. In den Songs finde ich mittlerweile so viel Energie, damit könnte man einen Dancefloor sicher gut aufmischen.

Für den Moment bleibt mir allerdings nur, diesen Blog aufzumischen. Mit meinem Doors-Favoriten, „Riders in the Storm”. Und einem Zitat aus „The End“: “It hurts to set you free”.


The Doors – Riders On The Storm Video von steveo_russianspy

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