Interlude: Heino

Die Republik diskutiert, ob er das darf. Die BILD-Zeitung befeuert einen künstlichen Konflikt mit den Original-Interpreten, die angeblich vor dem VÖ am Freitag über einstweilige Verfügungen nachdenken. Die Künstler, die verschont geblieben sind, atmen ganz sicher stillschweigend auf oder lachen sich ins Fäustchen. Heino selbst präsentiert sein neues Werk „Mit freundlichen Grüßen“ augenzwinkernd bereits jetzt als „Das verbotene Album“ in Anlehnung an bestimmte Klassiker der Popgeschichte (Beatles, Jay-Z, Danger Mouse…).

Auf jeden Fall fragt sich Musikdeutschland seit einer Woche: Meint Heino das ernst? Ist das wirklich eine Rache an all den Spöttern, die ihn jahrzehntelang zum Spießbürger-Antichristen stilisiert haben? (Und seien wir ehrlich – haben wir das nicht alle gemacht? Soll mir mal einer kommen und sagen, er habe nie über Ottos Heino-Parodien o.ä. gelacht…)

Oder ist es – wie der Titel suggerieren könnte – einfach Heinos Art, vor dem deutschem Liedgut der jüngeren Geschichte seinen Hut zu ziehen? Für meinen Geschmack ist es eine Mischung aus beidem, denn Heino hat bereits 1988 mit seinen Enzian-Acid-House-Mix bewiesen, dass er sein Auge nicht ausschließlich auf das Musikantenstadl gerichtet hat. (Und wer mein Autorenprofil gelesen hat, kennt ja zumindest einen Käufer…) Und selbst, wenn das alles eine peinlich-anbiedernde Idee irgendeines Musikmarketing-Typen war, so ist es erstaunlich, wie schlagertauglich die vorliegenden Kompositionen sind. Ja, Heino hat Text, Melodie und Arrangements wirklich nicht verändert. Irgendwie gruselig-schön.

Und wer nicht bis Freitag warten will: Bis auf den Kraftklub-Song, den wir in dieser Woche diskutieren, kann man sich alle Titel in dieser Playliste hier anhören:

Hier geht’s zu Ha-Ha-Heino

Und, was meint Ihr dazu?

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